Pantelleria 1
Pantelleria 2
Pantelleria 3

Mit Festung und Salzsee

 

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Festung Barbacane

Ziemlich genau in der Mitte der Meerenge zwischen Sizilien und Tunesien liegt Pantelleria, zwar mit eigenem Flugplatz, aber dank der Abwesenheit jedweden Sandstrands niemals vom Massentourismus heimgesucht. Im Hauptort, im Nordwesten der Insel,  wohnen immerhin 7000 Menschen. Man ist stolz auf die trutzige Festung Barbacane in Hafennähe. Sie wurde sehr wahrscheinlich von den Römern errichtet. Pantelleria ist die Spitze eines gewaltigen Vulkanberges, dessen längst erloschener Hauptkrater sich über dem Meer bis auf eine Höhe von 836 Metern erhebt.

Aus dem dunklem Vulkangestein der Insel sprudeln etliche Thermalquellen. Die teilweise schroffen Felsformationen umschließen einen sehr fruchtbaren Boden, und vor allem im Frühjahr ist die Insel streckenweise ein üppig und würzig duftendes Blütenmeer. Es ist jedenfalls kein Wunder, dass Pantelleria im Verlauf der vergangenen 3000 Jahre immer wieder heftig umkämpft war. Die Alten Griechen gründeten auf der Insel die Stadt Cossyra, hier trafen Phönizier und Römer aufeinander. Letztere schätzten die Insel nicht nur als strategisch wichtigen Stützpunkt, sondern auch als Erholungsort. Zahlreiche Funde beweisen das, darunter Köpfe von Statuen, die Julius Caesar und Kaiser Titus darstellten. Auch Byzantiner, Türken und Normannen bemächtigten sich jeweils für eine Zeitlang der Insel.

Auf Pantelleria, das immerhin 88 Quadratkilometer groß ist, wächst ein hervorragender Wein,  auch Kapern gehören zu den landwirtschaftlichen Exportartikeln Pantellerias. Am Gestade dieser Insel, man glaubt es gerne, soll Odysseus der schönen Nixe Kalypso begegnet sein. Ein grünblauer Salzsee blinkt in der wildromantischen Landschaft, und wer die Insel erkunden möchte, kann sie auf einer gut ausgebauten Ringstrasse vollkommen umfahren - und auf Nebenstraßen in die Bergwelt eindringen. Bei klarem Wetter sieht man sowohl das sizilianische Bergland mit dem Mont’ Erice als auch die Berge von Hamann-Lif, die sich gut 80 Kilometer weiter im Südosten nahe dem Cap Bon an der Bucht von Tunis erheben.  

In jüngster Zeit hat Pantelleria verstärkt das Interesse von Wissenschaftlern geweckt. Für die Zisternen aus römischer Zeit interessieren sich Experten vom Karlsruher Helmholtz-Institut für Bauchemie Karlsruhe. Denn erstaunlicherweise sind die vor über 2000 Jahre angelegten  Wasserreservoire  immer noch absolut dicht. Wissenschaftler aus der ehemaligen badischen Residenzstadt untersuchen die Baumaterialien, um diesem Geheimnis auf die Spur kommen.
Es gibt jede Menge Ferienwohnanlagen auf der Insel, darunter auch die nach historischem Vorbild im arabischen Stil gebauten, komfortablen Dammusi. Unser Tipp für einen kurzen Besuch: Port’Hotel, Via Borgo Italia in Pantelleria, Telefon +390923-911299.
Zwischen Pantelleria und Trapani bestehen Fähr- und Flugzeugverbindungen, auch von Palermo her. Es gibt ferner Direktflüge von Rom und Mailand.