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Sizilien für Abenteuerlustige

Sizilien für Abenteuerlustige
LandschaftFür die meisten Urlauber steht Sizilien für Sonne, Strand und Meer. Dabei hat die Insel am Mittelmeer noch viel mehr zu bieten, wenn der Reisende weiß, wo er suchen muss. Sizilien steht in dem Ruf, vor allem Sonnenanbeter und Kulturfreunde anzulocken. Dass die größte Insel im Mittelmeer aber auch für echte Abenteuerurlauber das richtige Ziel ist, weiß längst nicht jeder. Dabei dürfte es kaum verblüffen, ist Sizilien doch unter anderem die Heimat des Ätna, des größten noch aktiven Vulkans in ganz Europa.

Siziliens abenteuerliche Seite kennenlernen
Wem es am Strand auf Dauer zu langweilig wird, der sollte seinen Rucksack schnüren und sich aufmachen, um Siziliens abenteuerliche Seite kennenzulernen. Die Möglichkeiten sind vielseitig und selbst eingefleischten Abenteuerurlaubern mag noch vor Bewunderung der Atem stocken, wenn sie sich dem Ätna und den Alcantara-Schluchten so weit nähern, dass sie das unterirdische Brodeln förmlich spüren können.

Während Sonnenanbeter vor allem von Juni bis September nach Sizilien reisen, empfehlen sich für Wanderer und Abenteuerurlauber eher die Monate April bis Juni, wenn das subtropische Klima noch nicht seinen heißen Höhepunkt erreicht hat. Die Ausrüstung sollte trotz gemäßigteren Temperaturen eine Kopfbedeckung und dünne langärmelige Kleidung als Sonnenschutz beinhalten, denn der Sonnengott meint es auch in der ersten Jahreshälfte häufig schon sehr gut mit den Einheimischen und ihren Gästen. Da der Boden auf Sizilien stellenweise sehr felsig und zerklüftet sein kann, ist außerdem zu stabilen Schuhen zu raten, in denen der Fuß festen Halt hat. Ob einfache Trekkingschuhe genügen oder ob doch besser die professionellen Wanderschuhe mit ins Gepäck gehören, hängt von der Art der geplanten Ausflüge ab. Eine Orientierungshilfe bietet der Ratgeber „Welche Schuhe für welche Anforderungen“ unter campz.ch.

Neben einer professionellen Wanderausrüstung sollten Urlauber allerdings nur das Notwendigste mitführen. Das gilt vor allem für Reisende, die die Insel weitgehend zu Fuß erkunden möchten. Die örtlichen Behörden warnen vor Taschendiebstählen und Trickbetrug. Bargeld sollte deshalb niemals in großen Mengen mitgeführt werden, notwendige Dokumente, sofern dies möglich ist, besser in Kopie. Auch Campingurlauber sind gut beraten, wenn sie sich vor Ort für einen sicheren Ausgangspunkt wie zum Beispiel ein Hotel entscheiden, in dem sie ihre Wertsachen während ihrer Reise über die Insel verwahren können.

Sizilien -wandernDas Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA weist außerdem auf naturbedingte Risiken hin. Sizilien ist aufgrund seines aktiven Vulkans vor allem für Erdbeben bekannt. In den heißen Sommermonaten kann es außerdem regional verstärkt zu Waldbränden kommen. Die Warnhinweise und Evakuationsbefehle der örtlichen Behörden sollten unbedingt berücksichtigt werden und vor allem unerfahrene Wanderer sollten auf den vorgegebenen Wegen und ausgewiesenen Routen bleiben. Vor allem in den Gebieten, die Reisende nah an den Ätna und seine Ausläufer heranbringen, kann es ratsam sein, sich einer geführten Tour mit einem erfahrenen und ortskundigen Führer anzuschließen. Das minimiert das bestehende Sicherheitsrisiko und Wanderer kommen möglicherweise in den Genuss besonders schöner Aussichtspunkte, die auf eigene Faust oder mithilfe eines Reiseführers in Buchform nicht so leicht zu finden sind.

Interessante Anlaufstellen für Sizilien-Abenteurer
Wer Sizilien einmal von seiner abenteuerlichen Seite kennenlernen möchte, hat bei der Planung seiner Ausflugsziele die Qual der Wahl. Immerhin hat die Mittelmeerinsel weit mehr zu bieten als weiße Sandstrände und Kulturschätze. Auf den Spuren des Feuergottes und der ungebändigten Natur sollten sich Sizilien-Reisende diese besonderen Orte nicht entgehen lassen:

1. Der Ätna - Auge in Auge mit dem Feuergott

Er ist der höchste noch aktive Vulkan in ganz Europa: Der Ätna. Seit Jahrtausenden übt er auf die Menschen eine große Faszination aus. Heute gehört der feuerspuckende Koloss zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist ein wahrer Magnet für Touristen. Aber nicht nur der Vulkan selbst ist einen Ausflug wert. Er liegt inmitten des Parco dell Etna, des Nationalparks, der seinen Besucher mit atemberaubender Natur empfängt.
Hier gibt es zahlreiche Wanderwege verschiedener Länge und Schwierigkeit, die den Reisenden bis an den Gipfel des rauchenden Berges heranbringen können. In ruhenden Zeiten kann der Vulkan mit einem erfahrenen Bergführer sogar bestiegen werden. Auch ein Direkttransport zum Gipfel kann gebucht werden, zum Beispiel auf dem Esel. Diese Option ist allerdings nur von April bis Oktober möglich. Besonders atemberaubende Eindrücke vom Ätna erhalten Besucher übrigens bei Sonnenuntergang.
Aber auch der Nationalpark an sich bietet schon viele schöne Flecken, die zum Verweilen und Genießen einladen. Ein besonderes Highlight ist die Fahrt im Circumetnea Railway, einem historischen Zug aus dem Jahre 1950, der den feurigen Berg einmal komplett umrundet und dabei großartige Aussichten preisgibt.

2. Auf Entdeckungsreise im Madonien-Gebirge

Das im Norden Siziliens gelegene Madonien-Gebirge ist ein wahres Paradies für Wanderer. Das Gebiet umfasst rund 40.000 Hektar und präsentiert die Insel von einer besonders naturbelassenen und urtümlichen Seite. Zahlreiche Wanderwege verbinden kleine und große Sehenswürdigkeiten miteinander. So gibt es im Madonien-Gebirge zum Beispiel verträumte kleine Bergdörfer, in der Reisende herzlich willkommen geheißen werden und das Leben auf Sizilien einmal fernab aller Touristenzentren kennenlernen können.
Die Hochebenen Piano Zucchi und Piano Farina bieten unberührte Natur und vielfältige Wandermöglichkeiten mit traumhafter Aussicht. Im Archeodrome delle Madonie können Besucher sich auf die Spuren der experimentellen Archäologie begeben und dabei so manches Abenteuer unserer Zeit entdecken. Von der Altsteinzeit bis in die Antike ist hier das Leben der Menschen auf Sizilien dargestellt und lädt zum Erfahren und Mitmachen ein. Für einen Aktiv-Urlaub mit historisch-kulturellem Charakter ist ein Ausflug ins Archeodrome genau das Richtige.

3. Durch die Tiefen der Welt in der Alcantara-Schlucht

Sizilien -hoelenIn der Provinz von Messina liegt die Alcantara-Schlucht. Der Fluss Alcantara hat sie über Jahrtausende in den Fels gegraben. An der bekanntesten Stelle ist sie 20 Meter hoch und bis zu 5 Meter breit. In den Sommermonaten, in denen der Fluss nicht viel Wasser führt, kann die Schlucht häufig komplett durchwandert werden. Dabei spüren Reisende den Atem der Jahrtausende.
In der Nähe des Ätna gelegen hat sich der Fluss Alcantara aber nicht nur durch das gehärtete Lavagestein der Jahrtausende gegraben, sondern auch seinen Weg durch den stetigen Lavastrom des aktiven Vulkans gefunden. Dabei hat das Wasser große Mengen an Eisen, Calcium und Magnesium gelöst. Das Wasser des Alcantara, das das ganze Jahr durch die Schlucht fließt, ist immer eiskalt. Wer die Schlucht durchwandern möchte, sollte also nicht wasserscheu sein. Besonders interessant sind die Formationen an den Felswänden, die der stete Wasserstrom und die Mineralienablagerungen im Laufe der Jahrtausende geschaffen haben.

 

Abbildung 1: Sizilien lockt mit aufregenden Wanderwegen und atemberaubender Natur.

Abbildung 2: Manche Regionen Siziliens sollten am besten gemeinsam mit einem erfahrenen Tourguide erkundet werden.

Abbildung 3: Die Alcantara-Schlucht übt auf Reisende schon immer eine große Faszination aus.

Bildquelle:
Abbildung 1: fotolia.com © unknown1861
Abbildung 2: fotolia.com © siculodoc
Abbildung 3: fotolia.com © andras_csontos