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Palermo
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![]() Kathedrale von Palermo Leute aus Syrien und dem Libanon, das tüchtigste Seefahrervolk der damaligen Zeit, von den Griechen Phönizier genannt, gründeten Palermo 800 Jahre vor Christus. Sie befestigten das von steil abfallenden Felsbergen flankierte Halbrund der Conca d’Oro, der Goldenen Muschel, und schufen sich so einen wichtigen Handelsstützpunkt im Mittelmeer, der Positionen in Nordafrika und auf Sardinien ideal ergänzte. Über 1000 Jahre behaupteten sich die Phönizier in Westsizilien, und es kommt keineswegs von ungefähr, wenn Städte wie Mazara del Vallo, Marsala, Trapani und eben auch Palermo etwas Orientalisches an sich haben. Es blieb im Übrigen nicht bei den 1000 Jahren. Die Römer, die der Stadt ihren bis heute gültigen Namen (Panormus) gaben, schafften zwar, was den Griechen nicht gelungen war: Sie warfen die Phönizier, die bei ihnen, den Römern, Karthager hiessen, im Jahre 254 nach Christus komplett von der Insel. Doch gut 500 Jahre später kamen sie wieder, diesmal ![]() Kirchen San Cataldo mit Martorana Der Verfall des historischen Zentrums ist in den vergangenen Jahren gestoppt und teilweise ![]() Leoluca Orlando Mit Sehenswürdigkeiten ist Palermo überreif gesegnet. Allein in der Sizilianischen Nationalgalerie, untergebracht im prächtigen Palazzo Abatellis könnte man Wochen lang verweilen, um die Entwicklung der Bildenden Kunst auf Sizilien zu studieren. Der Normannenpalast, die Martorana und die Zisa warten auf mit byzantinisch-orientalischem Prunk, im Baustil kombiniert mit nordfranzösischer Romanik. Auch das Internationale Marionetten-Museum in der Via Butera 1 sollte zum Pflichtprogramm eines Besuchs von Palermo gehören. Es gibt Paläste und Katakomben, das Labyrinth der Altstadt und prachtvolle Boulevards wie ![]() Vucciria-Markt in Palermo In den Sommermonaten ist auf Pferderennbahn am Fuss des Monte Pellegrino Tag und Nacht Betrieb, die Jazzszene der Stadt ist quicklebendig. Im Teatro Massimo, einem der grössten Opernhäuser Europas, das nach 24-jähriger (!) Renovierungszeit 1997 wiedereröffnet wurde, werden jedes Jahr Weltstars erwartet, und mit dem Teatro di Verdura hat Palermo eine der schönsten Freiluftbühnen am Mittelmeer. Palermos Stadtteil Mondello ist eines der schönsten Seebäder des Mittelmeers, mit einer kleinen Copacabana, gesäumt von Jugendstilvillen und flankiert von mächtig aufragenden Bergen. Die städtebaulich hochinteressante Anlage geht zurück auf die Initiative einer italo-belgischen Gesellschaft, die kurz nach 1900 vermögende Investoren von der glänzenden Zukunft Palermos überzeugen konnte. Der Erste und dann auch der Zweite Weltkrieg machten den schwungvoll gestarteten Investoren einen Strich durch die Rechnung. Zum Glück, möchte man sagen. Die 300 kleinen Villen gingen weniger an vermögende Ausländer, als vielmehr zu günstigen Preisen an zahlungskräftige Sizilianer. Keiner der drei geplanten Golfplätze wurde angelegt. So blieb man einigermassen unter sich. Das 1903 eröffnete „Stabilmento“, eine über dem Wasser frei schwebend wirkende Badeanstalt mit Restaurant und Cafés ist ein Prachtstück des späten Jugendstils, und ein Unikat dazu. Überall sonst auf der Welt, wo solche weiss leuchtenden Prachtbauten vor 100 Jahren in die Brandung gesetzt wurden, sind sie aus Holz. Das Stabilmente von Mondello, in dem das noble „Charleston“ inzwischen ganzjährig Gäste empfängt, ist – der verspielten Fassade zum Trotz – komplett aus über 100 Jahre altem Stahlbeton. Die italo-belgische Gesellschaft von 1900 gibt es noch immer. Vor ein paar Jahren sicherte sie sich die Verwertungskonzession für den grössten Teil der Copacabana von Mondello für weitere 20 Jahre. |
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