Heratempel im Valle dei Templi Die alten Griechen sind es, die uns nach Agrigento und nach Selinunte locken. Beide Städte hatten ihre Blütezeit vor 2500 Jahren unter eben jenen Griechen, lagen sich im Lauf der Jahrhunderte aber auch immer wieder in den Haaren. Die alte Akropolis der heute 53.000 Einwohner zählenden Provinzhauptstadt Agrigento
wird irreführend „Tal der Tempel“ („Valle dei Templi“) genannt. Tatsächlich befindet sich der Tempelbezirk auf einem strategisch und landschaftlich traumhaft gelegenen, langgestreckten Höhenzug zwischen dem eigentlichen, höher gelegenen Stadtgebiet von Agrigento und der etwa 2 Kilometer entfernten Küste des Afrikanischen Meeres. Als eines der wichtigeren Stadtgebilde Großgriechenlands zählte Agrigento, das alte Akragas, das die Sarazenen Grigent nannten, mehr als doppelt so viele Bewohner wie heute. Sechs Tempel reihen sich auf dem Höhenzug aneinander. Vor allem der Concordia-Tempel ist ein leuchtendes Beispiel für die Kunst der Griechen, derartig gewaltige Bauwerke harmonisch in die Landschaft einzufügen.
Selinunte, weiter im Westen, auf halben Weg zwischen Agrigento und Trapani gelegen, ist ein gewaltiges Trümmerfeld und die größte archäologische Baustelle Europas, die ihre Geheimnisse erst nach und nach preisgibt. Allein das für Ausgrabungen und Sondierungen abgesteckte Gelände auf einem küstennahen Plateau ist vier Quadratkilometer groß. Zweimal wurde die Stadt, die von den Griechen 628 vor Christus gegründet worden war, von den Karthagern zerstört (409 und 250 vor Christus). Die riesige Tempelanlage – sie war die größte im antiken Grossgriechenland – hätte auch grösster Zerstörungswut einigermassen standgehalten. Es war ein Erdbeben, das die „Selleriestadt“ schließlich ganz in Trümmer legte.
Nur 1 Kilometer entfernt locken Herbergen, Strand und bodenständige Gastronomie: Im Fischerdörfchen Marinella di Selinunte.
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