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Liparische Inseln 3

Die sieben Schwestern

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Vulcano

Wie sie so hingestreut sind aufs Thyrennische Meer, zwischen den Stiefelfuss des italienischen Festlandes und Sizilien, erinnern sie ein wenig an die Konturen eines Mercedes-Sterns, die Sieben Schwestern, wie die Liparischen Inseln auch genannt werden. Bei den Alten Griechen hiessen sie Äolische Inseln, benannt nach Aiolos, dem Gott des Windes. Doch zumindest auf Lipari sollte man sich des zuerst genannten Namens bedienen. Die Liparoti, wie die Einwohner der Hauptinsel heissen, legen Wert darauf.

Alle sieben Inseln sind vulkanischen Ursprungs, genau genommen sind sie die Spitzen von sieben Vulkanen, die bis zu 3600 Meter auf den Meeresgrund  hinab reichen. Zwei dieser Kegel sind noch aktiv: der Stromboli und Vulcano. Seit etwa 40.000 Jahren erloschen sind die Kegel, die als Alicudi, Filicudi und Salina aus dem wunderbar klarblauen Mare Tirreno schauen, von Panarea weiss man es nicht so genau.

Die Sieben Schwestern haben ganz unterschiedliche Charaktere. Stromboli, die nördlichste Insel, wird von Menschen heiss geliebt, die es gerne ganz urtümlich haben. Der Vulkan sorgt für entsprechende Gefühle mit seinen regelmässigen, etwa alle zehn Minuten wiederkehrenden, feurigen Rülpsern aus dem tiefen Inneren.

Ganz anders Panarea, felsig und viel kleiner, aber mit eleganten Villen, luxuriösen Hotels und extravaganten Boutiquen. Panarea ist fest in Mailänder Hand, die Insel der Schönen und Reichen.

Lipari, die Hauptinsel, ist im Sommer überlaufen. Zu den 8000 Einwohnern und den zahlreichen Feriengästen kommen während der Saison Tausende von Ausflugstouristen, die am Abend wieder abreisen. Wirklich voll ist es allerdings nur im August, und dass es dann dennoch einigermassen beschaulich bleibt, liegt daran, dass die Inselgruppe nur auf dem Wasserweg zu erreichen ist. Nirgends ist Platz für einen Flugplatz, die Inseln sind zu bergig.

Eine Sonderrolle spielt Salina. Obwohl nur 3 Kilometer von Lipari entfernt, beharren ihre 3000 Bewohner auf Eigenständigkeit. Während die anderen sechs Inseln eine kommunale Einheit bilden, mit Lipari als dem Verwaltungszentrum, verwaltet sich Salina selbst und bildet ihrerseits drei Verwaltungbezirke. Salina hat auch die zwei höchsten Berge der Inselgruppe. Sie sind beide fast 1000 Meter hoch und haben kaum Platz auf der 26 Quadratkilometer kleinen Insel, deren Grundfläche den Konturen einer Kartoffel gleicht. Von aussen gesehen ähnelt die Insel, auf der der Oscar-gekrönte Film „Il Postino“, mit Philip Noiret in der Hauptrolle, gedreht wurde, einem abgetauchten Kamel, von dem man nur noch die beiden Höcker sieht. Vegetation, Stimmung und Architektur erinnern stellenweise an Mittelamerika, nur dass es auf Salina, anders als überm Grossen Teich, ausgesprochen friedlich zugeht.

Vulcano, die Sizilien am nächsten gelegene Insel, gilt als Eldorado für Rheumageplagte und Wellnesssüchtige. Der aktive Vulkan sorgt nicht nur für eine Rauchfahne am Himmel, sondern beschickt auch ein riesiges, natürliches Schlammbad mit heissem Schwefelwasser.

Ganz anders wieder die beiden  westlichsten Inseln, Filicudi und Alicudi. Wer die absolute Ruhe, womöglich auch die Einsamkeit sucht, ist dort bestens aufgehoben.

Die besonders romantische Anreise – und damit die ideale Einstimmung auf eine zauberhafte, malerische  Inselwelt - hat man von Neapel herkommend mit dem Schiff, das abends um 21 Uhr ablegt und die Inselgruppe, zuerst Stromboli, am frühen Morgen erreicht. Der Fahrplan für diese Form der Anreise ist zumindest auf den ersten Blick etwas verwirrend: Das Schiff verkehrt ab Neapel in den ersten drei Monaten des Jahres Dienstag und Freitag; April, Mai und Juni auch am Sonntag; Juli und August täglich außer Mittwoch; im September täglich ausser Mittwoch und Samstag;  im Oktober Dienstag, Freitag und Sonntag; November und Dezember jeweils Dienstag und Freitag. Dazu kommen im Sommer zusätzliche, und wesentlich teurere, Verbindungen mit schnellen Tragflügelbooten.

Unkompliziert ist die Anreise von Sizilien her. Da liegen die Inseln sozusagen vor der Haustüre. In Milazzo an der Nordküste Siziliens starten den ganzen Tag über Schnellboote (und immer wieder auch auch preisgünstigere Langsamboote) nach Vulcano und Lipari, wo man in die Linienschiffe zu den übrigen Inseln umsteigt.

Auf allen Inseln werden Ferienwohnungen angeboten. Dazu gibt es Pensionen und Albergos aller Preisklassen. Unsere Hotel-Tipps: Für Lipari das Hotel Melingunis in der Via Marte, Telefon +39090-9812426; für Vulcano das verträumte Hotel Garden Vulcano, Porto Ponente, Telefon +39090-9852069; für Salina (im Ortsteil Santa Marina Salina) die Pensione Mamma Santina in der Via Sanita, Telefon +39090-9843054; für Panarea (Ortsteil San Pietro) Hotel Tesoriero, Telefon +39090-983098; für Stromboli die Ferienanlage Villagio Stromboli (Ficogrande), Via Regina Elena, Telefon +39090-986018. Auf Filicudi gibt es das Hotel Porto, Telefon +39090-9844134, auf Alicudi das Hotel Ericusa, Telefon +39090-9812370.